Wir starten eine Predigtreihe über Hören, Vertrauen und die Freiheit des Glaubens, die mit einer irritierenden Erfahrung beginnt : Gott spricht – und doch wird sein Wort überhört. „Überhört“ meint dabei nicht, dass Gott undeutlich wäre. Nicht, dass sein Wort zu abstrakt, zu kompliziert oder zu fern wäre.
„Überhört“ meint: Gottes Wort ist da – aber es erreicht sein Ziel nicht. Es wird wahrgenommen, aber nicht verinnerlicht gehört. Es wird aufgenommen, aber nicht als tragfähig anerkannt.
Wenn die Bibel davon spricht, dass Gott redet, meint sie nicht nur akustische Vorgänge oder außergewöhnliche Offenbarungsmomente. Gottes Reden geschieht damals wie heute auch durch Worte, die ausgelegt, erinnert, gedeutet und weitergegeben werden – durch Texte, durch Begegnungen, durch Auslegung, durch Geschichte.
Die Bibel ist darin erstaunlich nüchtern. Sie setzt nicht bei einem stabilen, fertigen Glauben an, sondern bei Menschen, die schwanken. Nicht bei Gewissheit, sondern bei der Frage, welchem Wort sie ihr Vertrauen schenken. Sie erzählt von Situationen, in denen Gottes Wort gesagt ist – und dennoch seine Wirkung verliert, weil Misstrauen, Ablenkung, Angst oder Selbstsicherung dazwischen treten.
Diese Predigtreihe nimmt vier biblische Texte ernst, die oft vorschnell verstanden werden. Sie erzählen davon, wie Vertrauen zerbricht, wie Gottes Wort im Alltag gefährdet ist und wie Hören neu gelernt werden kann. Nicht als Technik. Nicht als Frömmigkeitsleistung. Sondern als Beziehungsgeschehen.
Teil 1: Genesis 3,1 (08. Febr. 2026)
„Sollte Gott gesagt haben?“ – Wenn das Hören sich verschiebt
Genesis 3 zeigt, wie das Hören durch Misstrauen verzerrt wird.
Teil 2: Lukas 8,4–15 (15. Febr. 2026)
„Wer Ohren hat zu hören …“ – Wenn Gottes Wort uns trifft
Lukas 8 beschreibt, warum Gottes Wort nicht scheitert – und dennoch nicht immer Frucht trägt.
Teil 3: Lukas 10,38–42 (22. Febr. 2026)
„Eines ist not“ – Die Kunst, wieder hören zu lernen
Lukas 10 öffnet den Blick für eine Haltung, in der Sammlung möglich wird, ohne sich aus der Welt zurückzuziehen.
Teil 4: Lk. 24,25–27 (08. März 2026)
„… eröffnete ihnen die Schrift …“ – Wege, die Bibel zu lesen
Unser Blick richtet sich auf die Bibel selbst. Nicht als frommes Objekt, nicht als Sammlung fertiger Antworten, sondern als vielstimmiges Zeugnis des Glaubens, das gelesen, gedeutet und verantwortet werden will.
Die Texte werden ausgehend von ihrem historischen und literarischen Kontext gelesen und zugleich auf ihre Bedeutung für das Leben heute bezogen. Nicht, um Glauben zu vereinfachen, sondern um ihn belastbar zu machen. Nicht, um Fragen zu unterdrücken, sondern um ihnen Raum zu geben.
Diese Predigtreihe richtet sich an Menschen, die denken, abwägen, zweifeln – und trotzdem nicht aufhören wollen zu glauben. An Menschen, die spüren, dass Glaube nicht lauter werden muss, sondern klarer.
Am Ende dieser Reihe geht es nicht um einfache Rezepte oder ein „richtiges Hören“. Es geht um die grundlegende Entscheidung: Wem geben wir unser Vertrauen – und welchen Stimmen folgen wir wirklich?

